{"id":155,"date":"2020-07-29T21:34:42","date_gmt":"2020-07-29T21:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/timontour.ch\/?p=155"},"modified":"2020-07-29T21:45:10","modified_gmt":"2020-07-29T21:45:10","slug":"28-29-juli-dresden-oder-alles-geht-schief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/timontour.ch\/?p=155","title":{"rendered":"28.\/29. Juli Dresden \u2013 oder alles geht schief"},"content":{"rendered":"\n<p>Trotz Gegenwind erreichen wir Dresden am fr\u00fchen Nachmittag. Da wir zwei \u00dcbernachtungen eingeplant haben, sollte uns gen\u00fcgend Zeit bleiben, die geschichtstr\u00e4chtige Stadt zu besichtigen und unsere weitere Route zu planen. Doch bereits als wir beim Hotel eintreffen, entdecken uns das erste Malheur. Die Deichsel bei unserem Anh\u00e4nger scheint angebrochen zu sein. Zum Gl\u00fcck fr\u00fch erkannt, einen Durchbruch bei voller Fahrt wollen wir uns lieber nicht vorstellen. Einmal tief durchatmen und \u00fcberlegen, wer uns dieses Teil wieder zusammenschweissen k\u00f6nnte. Wir finden das Bikehospital und die lustige Beschreibung auf der Webseite l\u00e4sst uns dort anrufen (\u201eEgal, wo du dein Rad gekauft hast, es sind alle Krankheiten willkommen und wir haben f\u00fcr jedes Zipperlein und auch f\u00fcr schwere Notf\u00e4lle die passende Medizin\u201c). Der Typ kann uns zwar nicht mit einer Schweissnaht dienen, aber immerhin k\u00f6nnen wir am n\u00e4chsten Tag \u00d6l f\u00fcr Tinus leckende Rohloffschaltung holen (Ja, irgendwie will die nicht so recht\u2026 Wir hoffen, ein bisschen Fl\u00fcssignahrung stellt sie vorl\u00e4ufig zufrieden). Wir erweitern unsere Suche und finden ca. 6km elbabw\u00e4rts einen Schweisser, der, wie er ums erkl\u00e4rt, selbst Freizeitradfahrer ist und f\u00fcr unser Problem eine L\u00f6sung finden will. Dazu bestellt er uns am n\u00e4chsten Morgen um 7.30 in seine Werkstatt.<br>Somit bleibt doch noch etwas Zeit, die Stadt zu besichtigen. Im Zweiten Weltkrieg wurden grosse Teile von Dresden komplett zerst\u00f6rt und der Wiederaufbau und die Erinnerung an diese Zeit sind immer noch \u00fcberall erkennbar.<br>W\u00e4hrend unserer Stadtschlenderei w\u00e4gen wir die Pros und Contras f\u00fcr unsere weitere Routenwahl ab. Grob haben wir drei M\u00f6glichkeiten: 1. Weiter Richtung Berlin an die Ostsee, 2. Entlang des Neusse-Oder-Radwegs an die Ostsee oder 3. Quer durchs Land Richtung L\u00fcbeck \/ Kiel. Die beiden ersten Routen w\u00fcrden uns zwar relativ schnell an die Ostsee und damit auf den urspr\u00fcnglichen Plan, den Iron Curtain Trail (in entgegengesetzter Richtung) bringen, aber wir m\u00fcssten in Polen und Litauen gut 700km durchs Land fahren, damit wir Kaliningrad umfahren k\u00f6nnen. Da Polen sowohl was Radwege als auch Corona betrifft nicht ganz unbedenklich ist und es von Kiel eine F\u00e4hre nach Litauen gibt, entscheiden wir uns f\u00fcr Variante 3.<br>Nachdem wir eine Nacht dar\u00fcber geschlafen, unseren Trailer in aller Fr\u00fche geflickt (zum Gl\u00fcck gibt\u2019s im Hostel bereits ab 6.00 Fr\u00fchst\u00fcck), uns \u00fcber die aktuelle Situation informiert und die Routen (inklusive Ersatztag) geplant haben, buchen wir die F\u00e4hre Kiel-Klaip\u00e9da am 6. August. Nun steht wieder Sightseeing auf dem Programm. Zudem m\u00fcssen wir einige Dinge ersetzen, die auf unserer Reise an verschiedenen Orten liegen geblieben sind. Bei Kaffee und Kuchen ereilt uns der n\u00e4chste Schock. Die Berner Zeitung \u201eDer Bund\u201c schreibt, dass nun auch die baltischen Staaten die Schweiz auf die gelbe Liste gesetzt haben. L\u00e4nder mit mehr als 16 Infektionen pro 100\u2018000 Einwohnende w\u00e4hrend der letzten zwei Wochen (in Finnland sogar 8\/100\u2018000) m\u00fcssen f\u00fcr 14 Tage in Quarant\u00e4ne. Der Bund verlinkt veraltete Informationen in seinem Artikel (n\u00e4mlich die, die wir bei unseren vermeintlich gr\u00fcndlichen Recherchen auch gefunden haben). Nach weiterem Suchen, zig Anrufen beim litauischen Konsulat und nicht viel hilfreicheren Antworten (ist nun die Staatsb\u00fcrgerschaft oder das einreisende Land f\u00fcr die Quarant\u00e4neregelung massgebend und w\u00fcrde es evtl. etwas bringen, wenn wir noch zwei Tage l\u00e4nger in Deutschland bleiben w\u00fcrden, damit wir volle zwei Wochen ausweisen k\u00f6nnten und unser Tschechienaufenthalt uns nicht mehr zum Verh\u00e4ngnis wird\u2026?!) entscheiden wir uns, die F\u00e4hre zu stornieren. Dies ist wider Erwarten per Telefon kostenlos m\u00f6glich. (Vielleicht sind wir bei DFDS bereits von unserer Schottlandtour ROT im System vermerkt\u2026 Aber das ist eine andere Geschichte\u2026)<br>Nach diesem ganzen Frust beschliessen wir, fein Essen zu gehen. Wir haben gestern bereits ein italienisches Restaurant entdeckt, das frische Pasta serviert. Heute sind wir schlauer und reservieren einen Tisch. Als Grund w\u00e4hlt Tinu \u201eromantisches Essen\u201c. Wir sind gespannt, ob von dieser Wahl etwas zu erkennen ist. Ist es nicht. Das Essen ist allerdings mehr als ausgezeichnet und sogar der Wein wird unseren W\u00fcnschen gerecht. Die leichtere Person unseres Duos ist sogar der Meinung, dass der Trailerfahrer eventuell ebendiesen holen muss, um sie nach Hause zu transportieren. Man k\u00f6nnte ja dann auch gleich testen, ob der Schweisser gute Arbeit geleistet hat\u2026 Der (sehr kurze) Heimweg wird dann doch zu Fuss bew\u00e4ltigt. Da wir zum ersten Mal im Lokal sind, gibt es noch 2 Portionen frische Spaghetti zum Mitnehmen. F\u00fcr unser Nachtessen morgen ist also schon vorgesorgt. Das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.mammamia-dresden.de\/\" target=\"_blank\">MammaMia<\/a> in Dresden k\u00f6nnen wir allen Pasta-Liebhaber*innen w\u00e4rmstens empfehlen.<br>Unsere geplante Route von Dresden nach Kiel bleibt vorerst bestehen und wir machen uns morgen in relativ grossen Etappen auf an die Nordsee. Was uns danach erwartet, ist wieder einmal ungewiss, aber das ist ja schliesslich das Motto unserer Reise\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Gegenwind erreichen wir Dresden am fr\u00fchen Nachmittag. Da wir zwei \u00dcbernachtungen eingeplant haben, sollte uns gen\u00fcgend Zeit bleiben, die geschichtstr\u00e4chtige Stadt zu besichtigen und unsere weitere Route zu planen. Doch bereits als wir beim Hotel eintreffen, entdecken uns das erste Malheur. Die Deichsel bei unserem Anh\u00e4nger scheint angebrochen zu sein. 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